Japanische Staatsanleihen herabgestuft

Mai 20, 2009 | Politik | 1 Kommentar

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Die Rating-Agentur Moodys hat die Bonität japanischer Staatsanleihen herabgestuft. Und das gleich um zwei Stufen – auf nunmehr Aa2. Mit anderen Worten: Die Gefahr für einen Staatsbankrott in Japan ist gestiegen.

flagge-japanExperten gehen davon aus, dass 2010 die Staatsverschuldung in Japan 227 % des Bruttoinlandsprodukts betragen werde. Damit liegt Japan im negativen Sinne noch vor den USA. Im Übrigen haben die USA ja immer noch – trotz enormer Budgetdefizite – das Top-Rating AAA. Sollten die USA ihr Top-Rating verlieren, was einige Insider für überfällig halten, käme das einem ökonomischen Erdbeben gleich.

Interessant ist übrigens, dass Japan – wie Deutschland – in den letzten Jahrzehnten eigentlich immer Überschüsse in der Handelsbilanz hatte und damit Devisen verdient hat. So hält Japan in großem Umfang amerikanische Staatsanleihen. Sollte die Verschuldung Japans weiter ansteigen, könnte man gezwungen sein, die Anleihen zu liquidieren, was den Bondmarkt unter enormen Druck bringen könnte.

Das Beispiel Japan zeigt – wie auch schon in diesem Blog geschrieben („Herabstufungen von Staatsanleihen signalisiert“) –, dass Staatsanleihen nicht die ultimative Sicherheit bieten. Auch nicht Bonds der internationalen Wirtschaftsmächte.

Denn fast alle Industrieländer der ersten Welt haben Ihre Staatsverschuldung massiv ausgeweitet. Diese Politik kann einfach nicht ad infinitum fortgesetzt werden, denn irgendwann sind die Zinsausgaben in den jeweiligen Haushalten so hoch, dass nur noch über eine Hyperinflation die reale Schuldenlast reduziert werden kann. Und Hyperinflationen münden zumeist in einer Währungsreform. Als einzige Alternative zu Hyperinflation und Währungsreform wäre im Grunde genommen nur noch denkbar, die Besteuerung der privaten Haushalte und der Unternehmungen in „kommunistische“ Dimensionen zu treiben.

Das Resultat wäre für den gemeinen Bürger indessen aber immer das gleiche: Lebensversicherungen, Sichteinlagen, Festgeld, Bargeld, Anleihen etc. wären praktisch wertlos. Er wäre weitgehend enteignet. Ultimativen Schutz bietet nur Gold.

Wenn Sie noch kein physisches Gold haben, so können Sie dies rund um die Uhr bequem im Internet kaufen. Mehr zur Problematik der Staatsverschuldung finden Sie auf der Internetseite der Zeitung Welt.

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Geschrieben von unserem erfahrenen Finanzexperten, der sich auf Edelmetallinvestitionen spezialisiert hat.

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1 Kommentar

  1. Verstehnix

    Tja, die Japaner haben ja eine lange Deflations- und Staatsverschuldungs-History und schon so alles mögliche und unmögliche ausprobiert. Aber ohne großen Erfolg, glaube ich mal behaupten zu dürfen!

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