Hyperinflation: Simbabwe legt eigene Währung auf Eis

Apr. 13, 2009 | Inflation | 1 Kommentar

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Der afrikanische Staat Simbabwe schafft aufgrund von Hyperinflation die eigene Währung für mindestens ein Jahr ab. Zuletzt betrug die Inflationsrate 230.000.000 Prozent. Ausländische Zahlungsmittel – wie der Euro oder der Dollar – sind schon seit einigen Monaten als offizielle Zahlungsmittel erlaubt.

Karte von Simbabwe

Hyperinflation in Simbabwe

Angesichts der riesigen Dimensionen der Inflationsraten waren in dem afrikanischen Land in jedem Fall schon beim alltäglichen Einkauf gute mathematische Fähigkeiten gefragt. Wie schnell konnte man sich da um ein paar Nullen verrechnen …

Auch war es in Simbabwe ungeheuer wichtig, sich immerfort über die jeweiligen Marktpreise zu informieren, denn selbst „intraday“ konnte es zu einem erheblichen Anstieg des Preisniveaus kommen. Es versteht sich von selbst, dass in einem solchen Szenario jeder sein Papiergeld so schnell wie möglich in Sachgüter tauschen möchte. Ähnliche Verhältnisse hatten wir ja auch im Deutschen Reich 1923 …

Möglich sind solche Hyperinflationen überhaupt erst durch die „modernen“ Papiergeldsysteme geworden. Ist das Papiergeld nicht zumindest teilweise durch Gold (o.ä.) gedeckt, kann die Regierung über die Zentralbank letztlich nach Belieben die Geldmenge erhöhen (i.d.R. Kauf von Staatsanleihen durch die Zentralbank). Mit diesem „gedruckten“ Geld können die Regierungen dann „Wohltaten“ an das Volk verteilen.

Allerdings bedeutet jede neu „gedruckte“ Geldnote eine partielle Enteignung des Volkes, denn das „alte“ Geld verliert ja nun an Wert. Spareinlagen, Sichteinlagen, Lebensversicherungen, Löhne & Gehälter, Bausparverträge etc. sind nun real weniger wert, auch wenn sich die nominellen absoluten Beträge nicht verändert haben mögen. Inflation wirkt daher wie eine Steuer.

Kurzum: Die Gefahr einer Hyperinflation ist sowohl im Dollar- als auch im Euro-Raum durchaus erheblich. Dieses Risiko ist gleichsam immanent in unserem Fiat-Money-System (ohne Goldstandard) enthalten. Die Frage ist eigentlich nicht, ob eine Hyperinflation mit anschließender Währungsreform kommt, sondern wann. Mit physischem Gold können Sie sich wirksam gegen Inflation schützen.

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Geschrieben von unserem erfahrenen Finanzexperten, der sich auf Edelmetallinvestitionen spezialisiert hat.

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1 Kommentar

  1. J. aus Niederbayern

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    eine sehr informative Seite! Ich habe zwei Fragen an Sie:

    1)
    Halten Sie eine Entwicklung wie in Simbabwe auch in Deutschland für möglich?

    2)
    Welche Alternativen gibt es zu Gold? Was ist mit Immobilien?

    Gruß aus Niederbayern

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